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Über Uns

Der Beginn / die ersten Stunden / zusammenraufen

Die Sippe „Möwe von Devon“ des Stammes Kelten (BdP Berlin) wurde Anfang 1991 von Nina ins Leben gerufen. Diejenigen, die beim ersten Heimabend dabei waren, hatten auf unterschiedliche Art und Weise von den Pfadfindern gehört: Hilke war durch eine Werbeaktion auf die neu entstehende Sippe aufmerksam gemacht worden und brachte ihre ähnlich quirlige und lautstarke Klassenkameradin Nadja mit. Clarissas Neugier erweckte ein, durch den Briefkasten geworfener, Handzettel mit dem Titel „Was sind Pfadfinder?“. In Begleitung der Geschwister Scholz (Ariane und Mirijam) folgte Clarissa der Herausforderung eines ersten Treffens. Wenige Wochen später stießen Diana und Betty zu uns, die ebenfalls aus dem schulischen Umfeld von Hilke und Nadja kamen.

Besonders in der Entstehungszeit tat sich viel in der Besetzung der Sippe. Die Behauptung gegenüber gleichaltrigen Jungensippen konnte entweder einen hohen Grad an kampfeswütigem Einsatz oder aber auch tiefe Scheu hervorrufen. De facto begeisterten uns zahlreiche Spiele wie die kühnen Hürdenläufe; einzelne Posten verlangten einem in der Summe doch einiges ab: Es galt, nach Apfelringen zu tauchen, Kugelschreiber in Flaschen zu versenken oder auf Zeit mit Mütze, Schal und Handschuhen bekleidet und mithilfe von Messer und Gabel verpackte Schokolade zu verschlingen. Besondere Faszination übten Ninas Kriminalgeschichten, Friedhof-Gruselrätsel und nächtliche Geländespiele auf uns aus. Nebenbei und meist zum Abschluss eines Treffens sangen wir ein oder zwei einfache Lieder.

Zusammenrücken / die erste Großfahrt / der Klebstoff

Im Sommer 1993 ging es dann mit Nina, Nadja, Diana, Tina, Ariane und Clarissa auf die erste Reise nach England.
Hier erfuhren wir erstmals die Wirkung einer dreiwöchigen Großfahrt in ihrem unausweichlichen Zusammensein. Die sich teils überlappenden, extremen Gefühle zwischen wachsender Zuneigung und bockiger Meinungsverschiedenheiten stellte jeden einzelnen auf eine harte Probe. Die aufreibende Suche nach Schlafplätzen und allerlei Abenteuer weckten in uns jedoch ein besonderes Gefühl der Intensität, dass sich in den gemeinsamen Empfindungen des Gruselns, des Schmerzes und der Freude festigte. Wir genossen es, rund um die Uhr unter freiem Himmel zu sein und verbrachten natürlich auch viel Zeit damit, neue Lieder zu lernen.

Kurz vor unserer zweiten Großfahrt in die Slowakei etablierte sich Lisa in unserer Mitte. Bei dieser, wie auch allen folgenden Großfahrten wiederholte sich das Phänomen der ersten. Allerdings wurden unsere Erlebnisse aufgrund unserer aufblühenden Pubertät unweigerlich um eine sowohl erheiternde als zuweilen auch beschwerliche Männerkomponente erweitert.

Über Jahren gingen wir im Sommer gemeinsam auf Fahrt. Besondere Erlebnisse werden uns wohl ein Leben lang begleiten: Dianas Gruselgeschichten, Italiens Badekappenpflicht, Trapper John MD, Nadjas Absturz in eine britische Brombeer-Brennesselbüschung bei heraufnahender Dämmerung, Wege, die auf einmal endeten, das slowakische Paradies, Magen-Darmbeschwerden in selbigem und ähnliches.

Neue Wege / eigene Wege / Küchenproben

Der gewachsene Zusammenhalt und das besondere “Wir”-Gefühl erfuhr seine erste nachhaltige Erschütterung in der Zeit der Schulabschlüsse, in der die Karten jeder Möwe neu gemischt wurden. In dieser Zeit des Umbruchs und der Neuorientierungen entfernten wir uns voneinander, in räumlicher und teilweise auch mentaler Hinsicht. Die Umstände hätten uns dauerhaft von einander entfernen können, doch so allmählich wie wir uns gelöst hatten, fanden wir Stück für Stück wieder zueinander. Der erneuten Annäherung folgte die Wiederentdeckung unserer gemeinsamen Musik, die in ihrer Veränderung unsere Entwicklung merklich widerspiegelte. Da der bündische Rahmen in den Hintergrund getreten war ergab es sich, dass der Sippenraum vom runden Küchentisch als Treffpunkt abgelöst wurde.

Der Stand der Dinge / neue Prioitäten / der Gesang war geblieben

So unterschiedlich wir in Charakter und Eigenschaften auch sein mögen und so sehr wir uns auch gegenseitig reiben, im Gesang sind wir doch immer wieder nur eins: Devon. Wir fünf haben gemeinsamüber 20 Jahre erlebt und gewissermaßen überlebt. Und diese Erkenntnis ist vielmehr als nur eine Tatsache. Sie ist Geschichte und Gegenwart zugleich. Geschichte und Gegenwart einer über 20 Jahre dauernden Freundschaft. Davon ausgehend kann man verstehen, dass wir kein Chor im herkömmlichen Sinne sind.

Letztlich sind wir wie ein bulgarisches Lied in deutschen Ohren. Wir beginnen gemeinsam und folgen einer Melodie, die uns in Disharmonien auseinander treibt und uns aneinander reiben lässt, bis wir schließlich auf einem gemeinsamen Ton oder in einem Akkord enden, der jedem von uns eben genau den Raum lässt, den wir zum Klingen brauchen. Sei es Schicksal, sei es Zufall: Aus heutiger Sicht wäre es wohl für jede von uns undenkbar ohne die anderen zu sein.