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Unsere Musik

Die Auswahl / Herangehensweise / Schwerpunkt Gesang

Unser Repertoire besteht aus eigenen Arrangements, Kompositionen und traditionellen Volksliedern, die wir hauptsächlich mit der Gitarre, dem Akkordeon und percussionistischen Instrumenten begleiten. Unsere Begeisterung für den Gesang ist vor allem von osteuropäischer Volksmusik geprägt, deren ausdrucksstarke Frauengesänge von Liebe und Leid, Pfefferanbau und Feldarbeit erzählen. Hier liegt der Anreiz darin, fremde Klänge nachzuempfinden und bulgarische Disharmonien zu entdecken. Währenddessen suchen wir immer auch nach deutschen Stücken, die wegen ihrer unmittelbaren Verständlichkeit vor allem auf einen ansprechenden, möglichst humorvollen Text hin ausgewählt werden. Mittlerweile haben wir damit begonnen, ganz eigene Stücke zu komponieren und die sich hier bietenden musikalischen Möglichkeiten zu entdecken.

Stets auf der Suche nach neuer Inspiration bedienen wir unterschiedlichster Quellen: Da werden allerlei Tonträger gefilzt und alte Shellack-Platten abgehört, Bibliotheken nach interessanten Notenblättern durchforstet und Bücher nach verwendbarem Textmaterial befragt. Wir haben Theaterstücke als Fundus genutzt, Lieder von Reisen mitgebracht und manche glückliche Momente auf dem Fahrrad oder in der U-Bahn erlebt, in denen einem plötzlich und unerwartet ein neues Stück Melodie einfällt oder ein paar Verse, die dann eiligst an der nächsten Ampel zu Papier oder Serviette gebracht werden. Und wenn Nina, unsere Spitzen-Aufstöberin, von der Leipziger Buchmesse wiederkommt, hatte sie nicht etwa neue Bücher, sondern CDs im Gepäck.

Wenn es auch schwierig sein mag, unsere Musik einem Fachbegriff unterzuordnen, so kann man doch eines sicher sagen: unsere Stärke ist der Gesang. Die instrumentale Begleitung spielt sicherlich auch eine Rolle, allerdings wird diese von uns meist abschließend dem Arrangement der Stimmen angepasst. Diese Schwerpunkt-Setzung hat zur Folge, dass wir potenzielle Stücke in erster Linie nach diesem Gesichtspunkt beurteilen.

Die Aneignung / Aussprache / Textkorrekturen

Um Melodien, Gesang und Aussprache möglichst authentisch wiedergeben zu können, haben wir vor einiger Zeit begonnen, entsprechende Kontakte zu Muttersprachlern zu suchen. Schließlich beherrschen wir die wenigsten der Sprachen, in denen wir seit Jahren singen. Abgesehen davon, dass wir den Ursprung der Stücke transportieren und erhalten möchten, kann man nie wissen, ob sich nicht etwa ein bulgarischer Zuhörer dezent im Publikum verbirgt und sich darüber wundert, dass er den Inhalt eines bulgarischen Liedes wohl oder übel unserer erläuternden Ansage entnehmen muss.

Wie schnell es geht, den Ehrgeiz anderer Menschen zu wecken bewies unter anderem ein Mitarbeiter der Berliner Rumänien-Hilfe. Dieser bemühte sich redlich darum, uns bei der Entschlüsselung von Soka behilflich zu sein: Unklare Textstellen wurden in entlegendste rumänische Dörfer geschickt, um auch ja keinen Dialekt unversucht zu lassen. Groß war auch die Freude, als ein Ungar nach einem Konzert an uns herantrat und uns zu raunte: „Ich musste mich schon sehr bemühen, aber bei Szellö zug tavol habe ich doch ein zwei Wörter verstehen können…“. Wohlbemerkt war das vor der Korrektur; mittlerweile steht jener Kritiker in unseren Telefonbüchern und Diensten.

Fremde Texte / eigene Federn

So haben wir im Laufe der Jahre ein Bewusstsein für die Verständlichkeit unserer Musik entwickelt, die sowohl für den Inhalt der Texte als auch deren Artikulation gelten soll. Hinsichtlich eines fremdsprachigen Liedes liegen die Anforderungen da klar auf der Hand. Anders verhält es sich mit deutschen Texten. Verwendbare Vorlagen enthalten häufig Passagen, mit denen wir schlicht und einfach nicht zufrieden sind und an denen wir unsere dichterischen Fähigkeiten erproben. Wir ersetzen, so es uns nötig erscheint, einzelne Verse ebenso entschlossen wie komplette Strophen oder Refrains.

Mittlerweile schreiben wir unsere deutschen Texte komplett selbst und können uns vor Ideen kaum retten. Einzig fehlt uns die Zeit, unserer Produktivität vollends nachgehen zu können.

Wir haben großen Spaß an dieser Art der Kreativität, die unser Repertoire eben zu unserem macht und hoffen, unsere Zuhörer damit begeistern zu können.